Lambertikerk in Zelhem

Ludger und die Lamberti Kirche in Zelhem

Im vorherigen Ludger-Rundschreiben wurde im Einführungsartikel über Ludgers Gregoriusvita geschrieben, dass Ludger zu dieser Zeit der erste in den Niederlanden geborene Bischof war. Es wurde dabei übersehen, dass nicht er, sondern Lambert von Maastricht der erste niederländische Bischof war. Bekanntlich kann sich Zelhem `Ludger Ort` nennen. Zelhem kann aber auch auf seine Verbindung zu Lambert von Maastricht verweisen. Job de Gelder schreibt über diese Beziehung und landet dabei auch wieder bei Ludger.

Wenn man durch Zelhem fährt, sieht man eine schöne alte Kirche mitten im Dorf, die Lamberti Kirche (Kirche von Lambertus). Sie ist von einem Rasenplatz und alten Linden umgeben. Der ahnungslose Tourist weiß möglicherweise nicht, dass die Kirche in der letzten Woche des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt wurde, und dass danach nicht nur Restaurierungsarbeiten, sondern auch archäologische Untersuchungen stattfanden. Dann stellte sich heraus, dass sich unter dem Chorraum ein Fundament einer Kapelle befindet, die um 800 gebaut wurde. In dieser Zeit predigte Ludger in diesen Regionen. Es ist bekannt, dass er in Wichmond, dass damals an der IJssel lag, eine Kapelle namens Salvatorkirche gründete.

Ludger benannte die Kirche in Zelhem nach dem Heiligen Lambert, der vor hundert Jahren in Lüttich ermordet worden war. Wer war Lambertus, dass er so wichtig war, dass eine Kirche nach ihm benannt wurde?

Reliquiar des Heiligen Lambertus in der Schatzkammer der St. Paulus Kathedrale in Lüttich

Er war Bischof von Maastricht und ein Vorbild für Ludger. Er hatte den Mut gehabt, den mächtigen merowingischen Monarchen zu widersprechen, als sich herausstellte, dass er eine bigamische Beziehung zu einer seiner Hofdamen hatte. Der Prinz, Hofmeier Pepijn von Herstal, akzeptierte diesen Vorwurf nicht; Lambertus wurde 705 auf seinem eigenen Landgut südlich von Maastricht ermordet. Er war damals ungefähr 67 Jahre alt. Lüttich entstand an dem Ort, an dem dies stattfand! Man kann sagen, dass Ludger sich in der gleichen Position wie Lambert sah. Auch er musste kämpfen, um das Evangelium zu verbreiten. Aus Feindseligkeit machten es die Friesen Ludger schwer, seinen Job zu machen. Er musste wiederholt fliehen. Als er sich mal wieder aus Friesland zurückziehen musste, machte er aus einer Tugend eine Notwendigkeit und ging mit seinem Bruder nach Rom, wo er den Papst besuchte. Dort erhielt er mehrere Reliquien. Nach Rom besuchte Ludger das Benediktinerkloster in Monte Cassino. Dort gelangte er in den Besitz einer Reliquienschachtel, in die er die Reliquien legte, die er in Rom erhalten hatte. Es wird vermutet, dass es auch ein Relikt von Lambertus gab. Das ist nicht sicher. Ludger muss den Lebensverlauf des ermordeten Missionars gekannt haben. Seine Eltern werden ihm weitererzählt haben, was sie von Willibrordus über Lambertus gehört hatten. Willibrord war mit Lambertus befreundet und hatte viel Kontakt zu Ludgers Eltern, die er oft zu Hause besuchte.

Ludgers Reliquienkiste in der Schatzkammer in Werden

Es muss auch ein Thema im Unterricht der Klosterschule gewesen sein, die Ludger besuchte. Ludger wurde drei Jahre nach Willibrordus Tod geboren. Das genaue Geburtsdatum von Lambertus ist unbekannt, sein Tod jedoch. Im Heiligenkalender steht am 17. September sein Name. Es ist dieses Datum, an dem das Thinsgericht seinen Sitz in Zelhem hatte, aber auch der Tag, an dem im Dorf noch eine Kirmes gefeiert wird. Seit der Reformation war Lamberts Name Jahrhunderte lang nicht mehr mit der Kirche verbunden. Es ist Pastor Wiersma zu verdanken, dass Zelhem wieder seine Lamberti-Kirche hat.