Ludger-Symposium vom 22. Oktober 2021

Ludger und unsere Zeit

Vor fünf Monaten kamen mehr als hundert Menschen aus den Niederlanden und den Nachbarländern zum Ludgercollege in Doetinchem, um am Ludgersymposium teilzunehmen. Am Ende des Tages wurde das einzigartige Ludgerglossy präsentiert. Ein Rückblick.

Das abwechslungsreiche Programm wurde dem großen Einfluss gerecht, den Ludger auf das Leben in seinem Arbeitsgebiet auf beiden Seiten der heutigen deutsch-niederländischen Grenze hatte. Die Aula wurde Corona-sicher eingerichtet. An der Seite befand sich eine bescheidene Ausstellung über Informationen, Literatur und anderen Ludger-bezogenen Gegenständen. Zum Kaffee wurde Ludgerkuchen mit einem Bild der Ludgergans angeboten.
Der Vorsitzende des LudgerKrings, Gerard Bomers, eröffnete den Tag und begrüßte die Anwesenden im Hinblick auf die Gäste aus Deutschland auf Deutsch. Er bedauerte das Fehlen aus gesundheitlichen Gründen von Franz Becks, Rudolf Liudger Schütz und Wolfgang Suwelack, alle drei dem Ludger-Kreis eng verbunden. Letzterer unterstützt die Entstehung des Ludgerpfads mit einem erheblichen finanziellen Beitrag. Danach übergab Bomers die Führung an Noel van Cleef, den Tagesvorsitzenden.

Der Bürgermeister von Aalten, Anton Stapelkamp, sprach kurz im Namen der Gemeinden, durch die der Achterhoek-Teil des Ludgerpfad verläuft. Bürgermeister Bouman, Doetinchem, sprach über Ludger aus regionaler und euregionaler Perspektive. Eine Grenze ist das Ende eines Bereichs, aber auch der Beginn eines anderen. Wenn der Wille vorhanden ist, sich zu verstehen, muss eine Grenze kein Hindernis sein. Die Suche nach Verbindung ist im Zeitalter der Individualisierung ein unverzichtbares Werkzeug. Ludgers Botschaft war auf beiden Seiten der Grenze fruchtbar.

Zwei Kirchenhistoriker, Sven Meeder und Redbad Veenbaas, warfen jeweils ein eigenes Licht auf Ludgers Mission. Meeder betonte die Spannungen des Kirchenmannes Ludger mit seinem weltlichen Vorgesetzten Karl dem Großen. Letzterer wollte seine Macht ausweiten, Ludger wollte die Rettung des Volkes sichern. „Ludger kam mit einem Buch in der Hand, nicht mit einem Schwert.“ Sie brauchten einander, aber das führte wohl zu Spannungen.
Veenbaas, der vom Heliand spricht, betrachtete dies aus der Perspektive der Friesen und Sachsen. In welcher Welt ist Ludger gelandet und was können wir noch daran zurückfinden? Der Heliand ist eine Frucht der gegenseitigen Befruchtung von Christentum und sächsischer Kultur.
Die Vorstellung der beiden Referenten finden Sie auf der Seite des Ludgerkrings, Ludgers Mission en Kerstening und Heliand .

                Prof. Dr. Erik Borgman, Universität Tilburg

Professor Erik Borgman erkennt in unserer Zeit die Probleme, auf die Ludger gestoßen war. Wir leben nicht in einer Zeit des Wandels, sondern in einem Zeitenwechsel. Können wir noch auf die alte Weise weiterleben, und was ist gut und was ist böse? Bei Ludger ging es um den Übergang von einer Naturreligion zum Christentum, dazu den von freien Stämmen zu Untertanen eines fremden Königs. Wo finden Sie Inspiration bei einem solchen Übergang? In seiner Rede „Die Vergangenheit als Zukunft: Ludgers Inspiration“ geht es nicht nur darum, was wir von Ludger lernen können, sondern auch, woher Ludger seine Inspiration hat. Er wies auf die Bedeutung der Bildung hin. Ludger fand seine Inspiration hauptsächlich in der Botschaft der Bibel, wie sie in den frühchristlichen Gemeinden erlebt wurde.

     Dr. Heinz-Georg Surmund, Pfarrer em. in Münster

Neben diesen eher historischen Geschichten gab es Vorträge darüber, wie und was in unserer Zeit noch von Ludger überlebt hat. Für Ludgers deutschen Wirkungskreis tat dies Heinz-Georg Surmund, emeritierter Pfarrer aus Münster, der lange in der Erzdiözese Utrecht arbeitete. In Namensgebung und Tradition nimmt Ludger dort, besonders in Münster, Billerbeck und Werden, als Überbringer der frohen Botschaft noch immer einen wichtigen Platz ein. Er beendete seinen Vortrag mit einem Lied über „die Füße des Boten, der gute Nachrichten bringt“.
Lesen Sie seine Geschichte mit dem schönen Gebets- und Liedtext auf Ludger heute.

Die lokale Bedeutung von Ludger kommt im Streekmuseum Het Smedekinck in Zelhem zum Vorschein. Evert van den Born, Vorsitzender des Museums, erläuterte in Wort und Bild die Beziehung „Ludger – Zelhem – Smedekinck“. In Zelhem baute Ludger wahrscheinlich seine erste Kirche in der Achterhoek. Auf dem Museumsgelände wurde eine Nachbildung errichtet, im Museum ist Ludger ein Teil des Museums gewidmet. Neben einer Ludger-Bibliothek gibt es einen multimedialen Fluchtweg, der es den Teilnehmern ermöglicht, mehr über Ludger zu erfahren. Auf diese Weise wird neben der Erinnerung an die jüngere bäuerliche Vergangenheit auch die Erinnerung an das lange andauernde Glaubensleben in Stand gehalten.
In größerem Umfang tut Het Catharijneconvent dies für die religiöse Kunst und Kultur der Niederlande. Pia Verhoeven, Kulturwissenschaftlerin an diesem Museum, zeigte in ihrem Vortrag „Entlang des Ludgerpfads: das Erbe der Kirchen in dieser Zeit“, um welche Fragen es dabei geht.
Ihre Geschichte: Erbe von Kirchen .

Nach diesen Vorträgen überreichte Jasper van de Bovenkamp, Chefredakteur des Ludgerglossys, das erste Exemplar an Gerard Bomers.

Der Honorarkonsul von Münster, Herr Eduard Hüffner, beendete anschließend das Symposium. Er brachte seine Wertschätzung und seinen Dank für diese grenzüberschreitende Initiative zum Ausdruck. Ganz im Sinne von Ludger, der sich auch von Grenzen nicht aufhalten ließ.

Gerard Bomers bedankte sich schließlich bei allen Rednern, Mitarbeitern und Freiwilligen, die dazu beigetragen haben, dass der Tag ein Erfolg wurde. Jedem wurde das Glossy angeboten, auf Wunsch zusammen mit einer Tasse und Untertasse vom Ludger College.

Der Ludger-Kreis blickt auf einen erfolgreichen Tag und die Veröffentlichung eines schönen Hochglanzglossys mit dem roten Faden zurück: die wichtige Rolle, die Ludger dabei spielte, Menschen über Grenzen von Region, Kultur und Religion hinweg zu verbinden. Dieses Erbe lebt in vielerlei Hinsicht weiter.
Diese alte oder neue Tradition kam auch zu Beginn des Mittagessens zum Ausdruck, als D’Olde Roop-Bläser die melancholischen Klänge ihrer Mitwinterhörner spielten. Und während der Teepause trug die Gesangsgruppe GoedVolk einige Lieder im „Achterhoeks“ Dialekt vor. Ludger hätte es zu schätzen gewusst, er mochte Lieder in seiner eigenen Sprache!

Jos Droste